Es braucht wieder Fokus

Es braucht wieder Fokus

Mit neuer Energie ins neue Jahr! Starten wir mit Elan hinein. Vergessen ist die Erschöpfung, die wir noch vor Weihnachten gespürt haben und die Enttäuschung, doch wieder nicht alles geschafft zu haben. Zu groß war die Liste der dringenden, wichtigen oder leider meist vorgeschriebenen Projekte.

Aber was tun wir, damit uns dieses Gefühl nicht gleich wieder einholt? Damit wir Ende Jänner nicht wieder genau dort stehen. Vielleicht noch mit etwas mehr Energie, aber mit der gleichen frustrierenden Erkenntnis, dass sich das wieder nicht ausgehen wird, mit den vielen Dingen, die auf einmal bewältigt werden wollen?

Und da kommen noch neue Herausforderungen hinzu: Das Risiko kehrt im Kreditgeschäft zurück. Steigende Zinsen, explodierende Energiekosten, Inflation, unsichere Immobilienmärkte setzen Unternehmen, Institutionen aber auch Privaten zu. Und bestehende Arbeitsthemen werden nicht kleiner: ob ESG-Anforderungen, Fachkräftemangel oder die digitale Transformation, auf der ganzen Linie stehen weiter Entwicklung und Veränderung auf der Tagesordnung – das nimmt uns doch gleich den Schwung, wenn wir an all das denken. Wie wollen wir das schaffen?

Mit Mut und Entschlossenheit und drei Hebel

Wie schaffen wir den Spagat? Wie bringen wir die vielen Themen unter einen Hut? Woher kann der Mut und die Entschlossenheit kommen, Prioritäten zu setzen und potentialorientiert zu arbeiten? – aus einem Schritt, einem Öffnen unseres Mindsets oder unserer Haltung: Loslassen, Neues wagen, Spannung und Ungewissheit aushalten, Potentialorientierung voranstellen – klingt gut, aber wie kann das in einer Organisation gelingen?

Drei entscheidende Hebel helfen in diesen unsicheren Zeiten der Organisation die Herausforderungen zu bewältigen, ganz im Sinne von Archimedes: Gebt mir einen Hebel, der lang genug, und einen Angelpunkt, der stark genug ist, dann kann ich die Welt mit einer Hand bewegen.”

1. Entscheidungen werden dort getroffen, wo die Kompetenz ist (und nicht durch alle)

Das kennen Sie sicher: paritätisch besetzte Projekte, Arbeitsgruppen in denen hauptsächlich Repräsentanten der wichtigen Bereiche und Abteilungen sitzen, aber kaum wirklich Arbeitende. Mitreden wollen viele, Verantwortung nehmen aber nur wenige. Entscheidungen werden dann doch nur nach oben delegiert – anstatt von denen getroffen zu werden, die sich in der Sache auskennen und es auch umsetzen.

Wir denken, Organisationen, Banken können sich das nicht mehr leisten. Zu ineffizient, starr und langsam sind diese Strukturen. Wie aus der Zeit gefallen versucht man krampfhaft Hierarchie und Planung aufrecht zu erhalten, obwohl gerade die letzten drei Jahre uns lehrbuchhaft gezeigt haben, wie unplanbar und uneindeutig die Welt geworden ist.

Aber was hilft uns, dieses veraltete Macht- und Statusbewusstsein, dieses überall Dabeisein- und Im-Griff-haben-müssen zu überwinden?

2. Perspektiven wechseln und öffnen

Halten wir kurz inne. Das Innehalten hat uns jetzt über den Jahreswechsel auch die Kraft zurückgegeben. Und betrachten wir das Ganze mit einem Blick von oben:

Was sind die wirklich wichtigen Themen? Welche Routinen und Verhaltensweisen haben uns geholfen? Welche stehen uns aber eher im Wege?  – Betrachten wir die Themen aus der Perspektive der Kunden, aus der Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aus der von anderen Abteilungen oder Stakeholdern – aber nicht aus den Gewohnten.

Wir denken leider alle schnell in gewohnten Mustern, aber wenn wir sofort ins Jahr mit den gewohnten Erfolgsrezepten starten, werden wir vor allem schnell wieder dort stehen, wo wir am Jahresende waren. Ganz getreu dem Motto Qualtingers‘ Motorradfahrers: Ich weiß zwar nicht, wo ich hinfahre, dafür bin ich aber schneller dort!

3. Fokus, Priorität, Schritt für Schritt

Worauf wir unseren Fokus legen, dafür werden wir auch unseren Mindset öffnen. Wir kennen das Phänomen alle: interessieren wir uns beispielsweise für Elektroautos, sehen wir auf einmal ganz viele auf der Straße, erhalten überall Anregungen und entdecken neue Potentiale.

Es ist also ganz entscheidend, was Priorität hat und, dass die Priorität auch beim Unmittelbaren ist. Wir können nicht alle Probleme auf einmal lösen oder alle Unabwägbarkeiten in einer Planung bewältigen und Sicherheit durch Detailverliebtheit oder Perfektion erreichen. Ganz im Gegenteil macht uns das in einer Zeit der Unsicherheit viel anfälliger für das Überraschende, das kommt.

Wenn wir also sicher vorangehen wollen, müssen wir akzeptieren, dass das nur Schritt für Schritt gehen kann. Dass manche Themen erst gemeistert werden, wenn sie anstehen, dass wir Vertrauen in uns, in die Organisation und ihre Fähigkeiten haben müssen, diese Herausforderungen zu meistern, wenn sie auftreten werden und nicht schon jetzt.

Was erwarten die Kunden 2023 von uns?

Aber was leitet uns dann? Was gibt Orientierung?

Der einzige Zweck eines Unternehmens ist der Kunde. So ähnlich hat es Drucker formuliert. Was wäre, wenn eine Bank das wirklich konsequent voranstellen und sich davon leiten ließe? Was erwarten die Kunden 2023 von uns? Wie können wir ihnen helfen, gut durch diese Zeit zu kommen?

Ganz in diesem Sinne, werden wir FREIBANKER uns auch für eine neue Perspektive öffnen, um unseren Kunden einen neuen Mehrwert zu bieten und eine spannende Kooperation eingehen – stay tuned…

 

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